Auch wir recherchieren seit Jahren zu den Geschäftspraktiken von Microsoft in Schulen und der öffentlichen Verwaltung [1]. Nun haben neun Journalisten von "Investigate Europe" zahlreiche Fakten aufbereitet und diese in Partnermedien im April 2017 europaweit veröffentlicht. Eklatant die Abhängigkeit und Ohnmacht: es gibt keine Ausschreibungen, weil Microsoft "systemwichtig" geworden ist. Wettbewerbsbehörden sind ohnmächtig und haben einen Interessenkonflikt, schreiben sie ihre Urteile doch ebenfalls auf einem Windows Rechner mit MS Office. 

Dass es Alternativen gibt, die funktionieren, zeigen zahlreiche Stadtverwaltungen oder die Gendarmerie in Frankreich [2]. Doch immer wieder gibt es politische Konstellationen, die eine langfristige Strategie verhindern oder abbrechen, wie zuletzt in Müchen, wo der Bürgermeister selbst Hand angelegt hat die Microsoft Zentrale für Europa hinzusiedeln.

An Schulen werden Gratispakete verteilt, um so die Ausbildung für Office Produkte im Jugendalter anzubieten. Wenn besorgte Eltern oder engagierte Lehrer auf LibreOffice umstellen wollen, erhalten sie oft die Antwort, dass die Wirtschaft eben Microsoft Office Kenntnisse wünsche. Doch LibreOffice zeigt in seiner aktuellen Version 5.3 sogar die Möglichkeit, das Benutzerinterface je nach Office Version umschalten zu können und einen extrem hohen Grad an Kompatibilität für die Dokumente.

osAlliance Partner sind derzeit aktiv an der Umsetzung von Open Source Projekten für die öffentliche Verwaltung in Österreich beteiligt und können bereits einige Teilerfolge verbuchen. Mit ucom.gv.at wurde 2017 ein Chat- und Videokonferenz - Service eingeführt und mit TERMINO.gv.at steht seit 2016 eine Open Source basierte Alternative zu Doodle zur Verfügung, welche im Mai 2017 nochmals zahlreiche neue Features erhält.  Bei den Linuxwochen in Wien geben osAlliance Partner am 4. Mai 2017 weitere Einblicke in laufende Migrationsprojekte.

 

Director-Generals of the European Commission, Roberto Viola (DG CONNECT) and Gertrud Ingestad (DG DIGIT), discuss the Commission's policy on the use of proprietary vs open source software.

 

[1] Roland Alton-Scheidl, Ulrich Radzieowski: Die Dominanz von Microsoft im Bildungssektor in Österreich und Alternativen. In: Patrick Jost, Andreas Künz (Hg.): Digitale Medien in Arbeits- und Lernumgebungen. Verlag Pabst, Lengeric. Download PDF.

[2] List of Linux Adopters (Wikipedia)

Das Partnermedium für Österreich war der Falter, der löblicherweise sehr eigenständig auch lokale Fakten zusätzlich recherchiert hat. Die beiden Artikel "Gefangen in der Welt von Microsoft" (Falter 15/17) sowie "Das trojanische Pferd" (Falter 16/17) kan man in lesbarer Qualität um € 0,49 nachlesen - die nachfolgenden Scans in unlesbarer Qualität sollen Appetit darauf machen.

 

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Gespeichert von rasos am Di., 25.04.2017 - 22:25